Förderpreis der Stiftung Lauenstein

Stiftung Lauenstein-Preis 2018 – Gelungene Kommunikation


Auf den Psychologen und Philosophen Paul Watzlawick geht das Bonmot zurück, man könne nicht nicht kommunizieren. Wie wahr, denken Sie nur an beredtes Schweigen. Das Wesen des Bonmots liegt in der Überspitzung einer Situation, um uns für neue Sichtweisen, für bislang nicht Gedachtes zu öffnen, und hat deshalb auch immer ein provokantes Element. Was glauben Sie? Trifft diese These auch zu auf Menschen, die als geistig behindert kategorisiert sind und nicht oder nur unzulänglich über eine aktive Sprache verfügen?


Ausgehend von modernen Sprachentwicklungstheorien, von Noam Chomski bis Michael Tomasello, hat man heute einen völlig veränderten Blick auf die Kommunikationsstruktur von Menschen mit Assistenzbedarf. Nicht mehr Sprachverständnis und Lautsprachentwicklung stehen im Mittelpunkt des Miteinanders, sondern das dialogische Prinzip, welches unmittelbar an die Spracherwerbsmodelle anknüpft, die für alle Menschen gültig sind.


Hier hat die moderne Forschung die Basis für Forderungen der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung gelegt. So wurde bisher nicht gedacht und also auch nicht gefordert. Noch vor 30 Jahren herrschte die Meinung, dass ein Mensch, der nicht spricht, debil sei und nicht denken könne. Es wird also höchste Zeit alte Zöpfe abzuschneiden und uns auf einen neuen aufregenden Weg zu machen.


Deshalb hat die Stiftung Lauenstein beschlossen, als Thema für den nächsten Förderpreis das Motto zu wählen: Gelungene Kommunikation.


Wir möchten diejenigen Menschen, die mit Menschen mit Assisitenzbedarf im alltäglichen Miteinander zu tun haben, aufrufen uns über ihre guten Beispiele und Projekte gelungener Kommunikation für Menschen ohne oder nur mit ungenügende Lautsprache zu berichten, die den Zeitgeist erfassen und visionär in die Zukunft weisen. Hier kann die ganze Vielfalt der Phänomene benutzt werden, über unterstützte Kommunikation, Tagebücher, Ich-Bücher, Kommunikationstafeln bis hin zu elektronischer Kommunikation. Besonders gelungen wäre es, wenn Menschen mit Assistenzbedarf sich selbst darstellen würden. Dann könnten wir staunen, was diese Menschen zu leisten im Stande sind und was sie uns allen mitzuteilen haben.


Das Preisgeld beträgt 3.000 € für den ersten Preis, 2.000 € für den zweiten Preis und für den dritten Preis 1.000 €.


Wer: Es können sich bundesweit anthroposophische Einrichtungen, Schulen oder Vereine mit jedem Kommunikationsprojekt von, für und mit Menschen mit Assistenzbedarf bewerben.


Wie: Für die Preisvergabe kommen ausschließlich bereits bestehende Projekte bzw. laufende Maßnahmen in Betracht.
Diese sollen in einer Beschreibung von nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten für die Jury dargestellt werden. Die möglichst anschauliche Beschreibung und insbesondere die Zuhilfenahme von Fotos bzw. Videos erleichtert es der Jury, sich ein treffendes Bild der Projekte zu machen. Zur Erleichterung der technischen Abwicklung kann die Einsendung der Bewerbungsunterlagen nur auf elektronischem Wege erfolgen an: verwaltung@stiftung-Iauenstein.de (Fotos und Videos über einen Link senden)


Einsendeschluss ist der 28.02.2018

 
    


In 2013 wurde die Stiftung Lauenstein 20 Jahre alt. Aus diesem Anlass wurde von ihr der "Stiftung Lauenstein-Preis" ins Leben gerufen. Damit werden beispielgebende Projekte und Initiativen ausgezeichnet.

 
    
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